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PRODUZENTEN PORTRAITS


 

Quinoa aus dem Odenwald

Auf seinem Mehr-Generationen-Hof empfängt mich Mario Schuchmann und läd mich auf einen Spaziergang über seine Felder ein. Der sympathische Landwirt führt den Hof in dritter Generation.

Quinoa_2

Malerisch gelegen sind der Hof und ein Großteil der Felder in Ober-Ramstadt, einem Teil des idyllischen Odenwalds. Die Felder, über die wir spazieren liegen auf einer kleinen Anhöhe. Die Sonne scheint uns ins Gesicht und der Oktoberwind lässt meinen Mantel flattern.

Wohin ich auch sehe: Felder, Wald, Wiesen. Hier und da ein Gebäude. Es gibt unangenehmere Arbeitsplätze sagt Mario und lacht. Die Landschaft wirkt, wie gerade gemalt. Ich kann ihm nur zustimmen.

NIna_1

Neben Quinoa baut er noch Getreide wie Mais, Weizen und Hafer an. In Zukunft möchte er sich noch breiter aufstellen und experimentiert bereits erfolgreich mit Hirse und Lupine. Auch von Erbsen und Linsen spricht er und ich lausche gespannt seinen Worten.

Mario_1

Wir streifen ein Feld mit Zwischenfrucht-Bepflanzung. Mario rupft eine Pflanze mit Wurzelwerk heraus und erläutert mir die Bedeutsamkeit dieses Schrittes. Die Erde riecht herrlich frisch und seine Augen strahlen. Er betreibt eine regenerative Landwirtschaft aus Überzeugung und das ist deutlich zu spüren. Für seine Produkte lebt er und ist Landwirt aus Leidenschaft. Dabei verliert er die Zukunft aber nicht aus den Augen und bleibt experimentierfreudig.

Quinoa_Anden_PS

Ursprünglich stammt Quinoa aus Südamerika. Dort ist das „Pseudogetreide“ seit 7000 Jahren ein Grundnahrungsmittel. Der Großteil des bei uns konsumierten Quinoa stammt auch von dort  und hat einen mehr als 10.000 Kilometer weiten Weg hinter sich. Damit ist es kein regionales Lebensmittel und hat eine fast unerhörte CO₂-Bilanz. Vor Ort in Südamerika ist aufgrund der in den letzten Jahren stark gewachsenen Nachfrage der Marktpreis ins Unermessliche gestiegen. Kleinbauern werden von Großkonzernen verdrängt, es entstehen Monokulturen und es wird beinahe ausschließlich für den Export produziert.

drei_Anbauer_PSJohannes Böhm, Mario Schuchmann und Andreas Michel

Seit 2017 baut Mario mit zwei befreundeten Landwirten, Johannes Böhm und Andreas Michel, Quinoa erfolgreich im Odenwald an. Der Anbau ist nachhaltig und in abwechslungsreicher Fruchtfolge. Dadurch bleibt die Bodenfruchtbarkeit erhalten und der Beikrautbewuchs wird natürlich vermindert. Auf chemische Pflanzenschutzmittel und künstliche Dünger wird komplett verzichtet. Damit tragen die Betriebe aktiv zum Grundwasserschutz bei.

Mario_Nina

Die Nachfrage nach regional produziertem Quinoa wächst stetig und so wurde aus der Idee ein herausforderndes Zukunftsprojekt.


Ich bin sehr glücklich, dieses tolle Produkt nun im Öldorado anbieten zu können!

 



Casa de Santo Amaro

Der Besuch unserer portugiesischen Produzenten führt in eine Region mit dem märchenhaften Namen: „hinter den Bergen“ – dem gebirgigen Hinterland im nordwestlichen Zipfel Portugals: in das Trás-os-Montes. Mitten im schroffen Nirgendwo sitzt ein altes, sehr erhabenes Gemäuer: die Casa de Santo Amaro.

Casa1

Ein Familienunternehmen seit der Gründung 1687 und mittlerweile in 8. Generation unter Leitung der Brüder Antonio und Francisco Pavo.

Inspiriert von den Möglichkeiten der modernen Ölmühlentechnologie, stellten sie 2008 die Produktion um - von Quantität auf Qualität. Wie so viele der jüngsten Erzeugergeneration, die sich für neue Produktionsmethoden entschieden, wurden sie Anfangs belächelt und für verrückt erklärt.

Olivenöl war immer von kultureller Bedeutung und die Herstellung von Traditionen geprägt. An Ablauf und Mechanik gab es keinen Zweifel. Und plötzlich will es die aufmüpfige Jugend besser wissen - da kann man schon mal mit dem Kopf schütteln.

Casa2

Die entscheidende Voraussetzung, um in der neuen Welt des Olivenöls bestehen zu können, haben beide Brüder gleichermaßen: Passion.

Als ausgesprochene Perfektionisten sind sie stets bestrebt, jedes Detail ihrer Arbeit und damit schließlich ihre Produkte zu optimieren. Daraus resultiert beispielsweise die tägliche Begutachtung der Früchte, oder die besondere Lagerung ihrer Öle. Welche zwar sehr aufwendig ist, dafür aber die maximale Kontrolle über die Qualität ermöglicht: der sortenreine Ertrag jedes Erntetages wird halbgefiltert und unter Stickstoffabschluss in einzelne Tanks gefüllt.

Während der anschließenden Ruhezeit von mehreren Monaten setzen sich die Öle, man spricht von natürlicher Filtration. Über den gesamten Zeitraum werden sie täglich geprüft und diversen Tests unterzogen.

Casa3

Den Zeitpunkt des nächsten Schrittes bestimmt Francisco. Er ist  Olivenöl-Sommelier, Mitglied des portugiesischen Olivenöl Panels und weit über die Grenzen Portugals für seinen feinen Geschmackssinn bekannt.

Für die Cuvées der Casa de Santo Amaro ist alleine er zuständig. Dabei geht er blind vor: ohne zu wissen, welches Öl sich in welchem Tank befindet. Einzig sein Gaumen entscheidet, in welchem Verhältnis die unterschiedlichen Sorten aufeinandertreffen. Das Ziel ist stets die maximale Balance.

Casa4

Eine besondere Herausforderung ist das für mediterrane Verhältnisse recht raue Klima. Die Gipfel des Trás-os-Montes überragen den Meeresspiegel um bis zu 1300 Meter. Temperaturen von 40 °C im Sommer und -15°C im Winter sind keine Seltenheit. Nur wenige Olivensorten gedeihen unter diesen Voraussetzungen. Geerntet wird vergleichsweise spät.

Casa5

Früher wurde die Produktion insbesondere durch den ab Dezember einsetzenden Frost verzögert. Die Öle lagerten gefroren im Dornröschenschlaf, Prozesse wie die natürliche Filtration setzten bis Frühling aus und die Öle aus dem Trás-os-Montes kamen erst im Juli auf den Markt.


Also haben die Gebrüder Pavo als einzige unserer Produzenten neben einer Klimaanlage auch eine Heizung im Lager, wodurch ihre Öle bereits Ende März fertig sind.

Casa6 Außergewöhnlich sind auch die extrem kurzen Produktionswege: vom Baum bis in den Tank vergehen etwa zwei Stunden. Ein Wert, der kaum zu schlagen ist.

Zu absoluten Exoten unter den Produzenten von Premium Olivenöl aber macht sie die Nutzung ihrer traditionellen Steinmühle - ein Gerät, welches bei jedem mir bekannten Hersteller längst ausgedient hat und durch moderne Maschinen ersetzt wurde, die sich exakt temperieren lassen und unter Sauerstoffausschluss arbeiten.

Nicht nötig, findet Antonio. Er kennt seine Oliven, hat intensiven Kontakt zur Materie, und lange Erfahrung mit der Steinmühle.
Viele halten es für unmöglich, auf diese Weise ein Premium Olivenöl zu produzieren.
Die Auszeichnungen der Casa de Santo Amaro beweisen das Gegenteil. Jede Saison erneut.

 


Oliven

PRODUZENTEN PORTRAITS   Quinoa aus dem Odenwald Auf seinem Mehr-Generationen-Hof empfängt mich Mario Schuchmann und läd mich auf einen Spaziergang über seine Felder ein. Der... mehr erfahren »
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Quinoa aus dem Odenwald

Auf seinem Mehr-Generationen-Hof empfängt mich Mario Schuchmann und läd mich auf einen Spaziergang über seine Felder ein. Der sympathische Landwirt führt den Hof in dritter Generation.

Quinoa_2

Malerisch gelegen sind der Hof und ein Großteil der Felder in Ober-Ramstadt, einem Teil des idyllischen Odenwalds. Die Felder, über die wir spazieren liegen auf einer kleinen Anhöhe. Die Sonne scheint uns ins Gesicht und der Oktoberwind lässt meinen Mantel flattern.

Wohin ich auch sehe: Felder, Wald, Wiesen. Hier und da ein Gebäude. Es gibt unangenehmere Arbeitsplätze sagt Mario und lacht. Die Landschaft wirkt, wie gerade gemalt. Ich kann ihm nur zustimmen.

NIna_1

Neben Quinoa baut er noch Getreide wie Mais, Weizen und Hafer an. In Zukunft möchte er sich noch breiter aufstellen und experimentiert bereits erfolgreich mit Hirse und Lupine. Auch von Erbsen und Linsen spricht er und ich lausche gespannt seinen Worten.

Mario_1

Wir streifen ein Feld mit Zwischenfrucht-Bepflanzung. Mario rupft eine Pflanze mit Wurzelwerk heraus und erläutert mir die Bedeutsamkeit dieses Schrittes. Die Erde riecht herrlich frisch und seine Augen strahlen. Er betreibt eine regenerative Landwirtschaft aus Überzeugung und das ist deutlich zu spüren. Für seine Produkte lebt er und ist Landwirt aus Leidenschaft. Dabei verliert er die Zukunft aber nicht aus den Augen und bleibt experimentierfreudig.

Quinoa_Anden_PS

Ursprünglich stammt Quinoa aus Südamerika. Dort ist das „Pseudogetreide“ seit 7000 Jahren ein Grundnahrungsmittel. Der Großteil des bei uns konsumierten Quinoa stammt auch von dort  und hat einen mehr als 10.000 Kilometer weiten Weg hinter sich. Damit ist es kein regionales Lebensmittel und hat eine fast unerhörte CO₂-Bilanz. Vor Ort in Südamerika ist aufgrund der in den letzten Jahren stark gewachsenen Nachfrage der Marktpreis ins Unermessliche gestiegen. Kleinbauern werden von Großkonzernen verdrängt, es entstehen Monokulturen und es wird beinahe ausschließlich für den Export produziert.

drei_Anbauer_PSJohannes Böhm, Mario Schuchmann und Andreas Michel

Seit 2017 baut Mario mit zwei befreundeten Landwirten, Johannes Böhm und Andreas Michel, Quinoa erfolgreich im Odenwald an. Der Anbau ist nachhaltig und in abwechslungsreicher Fruchtfolge. Dadurch bleibt die Bodenfruchtbarkeit erhalten und der Beikrautbewuchs wird natürlich vermindert. Auf chemische Pflanzenschutzmittel und künstliche Dünger wird komplett verzichtet. Damit tragen die Betriebe aktiv zum Grundwasserschutz bei.

Mario_Nina

Die Nachfrage nach regional produziertem Quinoa wächst stetig und so wurde aus der Idee ein herausforderndes Zukunftsprojekt.


Ich bin sehr glücklich, dieses tolle Produkt nun im Öldorado anbieten zu können!

 



Casa de Santo Amaro

Der Besuch unserer portugiesischen Produzenten führt in eine Region mit dem märchenhaften Namen: „hinter den Bergen“ – dem gebirgigen Hinterland im nordwestlichen Zipfel Portugals: in das Trás-os-Montes. Mitten im schroffen Nirgendwo sitzt ein altes, sehr erhabenes Gemäuer: die Casa de Santo Amaro.

Casa1

Ein Familienunternehmen seit der Gründung 1687 und mittlerweile in 8. Generation unter Leitung der Brüder Antonio und Francisco Pavo.

Inspiriert von den Möglichkeiten der modernen Ölmühlentechnologie, stellten sie 2008 die Produktion um - von Quantität auf Qualität. Wie so viele der jüngsten Erzeugergeneration, die sich für neue Produktionsmethoden entschieden, wurden sie Anfangs belächelt und für verrückt erklärt.

Olivenöl war immer von kultureller Bedeutung und die Herstellung von Traditionen geprägt. An Ablauf und Mechanik gab es keinen Zweifel. Und plötzlich will es die aufmüpfige Jugend besser wissen - da kann man schon mal mit dem Kopf schütteln.

Casa2

Die entscheidende Voraussetzung, um in der neuen Welt des Olivenöls bestehen zu können, haben beide Brüder gleichermaßen: Passion.

Als ausgesprochene Perfektionisten sind sie stets bestrebt, jedes Detail ihrer Arbeit und damit schließlich ihre Produkte zu optimieren. Daraus resultiert beispielsweise die tägliche Begutachtung der Früchte, oder die besondere Lagerung ihrer Öle. Welche zwar sehr aufwendig ist, dafür aber die maximale Kontrolle über die Qualität ermöglicht: der sortenreine Ertrag jedes Erntetages wird halbgefiltert und unter Stickstoffabschluss in einzelne Tanks gefüllt.

Während der anschließenden Ruhezeit von mehreren Monaten setzen sich die Öle, man spricht von natürlicher Filtration. Über den gesamten Zeitraum werden sie täglich geprüft und diversen Tests unterzogen.

Casa3

Den Zeitpunkt des nächsten Schrittes bestimmt Francisco. Er ist  Olivenöl-Sommelier, Mitglied des portugiesischen Olivenöl Panels und weit über die Grenzen Portugals für seinen feinen Geschmackssinn bekannt.

Für die Cuvées der Casa de Santo Amaro ist alleine er zuständig. Dabei geht er blind vor: ohne zu wissen, welches Öl sich in welchem Tank befindet. Einzig sein Gaumen entscheidet, in welchem Verhältnis die unterschiedlichen Sorten aufeinandertreffen. Das Ziel ist stets die maximale Balance.

Casa4

Eine besondere Herausforderung ist das für mediterrane Verhältnisse recht raue Klima. Die Gipfel des Trás-os-Montes überragen den Meeresspiegel um bis zu 1300 Meter. Temperaturen von 40 °C im Sommer und -15°C im Winter sind keine Seltenheit. Nur wenige Olivensorten gedeihen unter diesen Voraussetzungen. Geerntet wird vergleichsweise spät.

Casa5

Früher wurde die Produktion insbesondere durch den ab Dezember einsetzenden Frost verzögert. Die Öle lagerten gefroren im Dornröschenschlaf, Prozesse wie die natürliche Filtration setzten bis Frühling aus und die Öle aus dem Trás-os-Montes kamen erst im Juli auf den Markt.


Also haben die Gebrüder Pavo als einzige unserer Produzenten neben einer Klimaanlage auch eine Heizung im Lager, wodurch ihre Öle bereits Ende März fertig sind.

Casa6 Außergewöhnlich sind auch die extrem kurzen Produktionswege: vom Baum bis in den Tank vergehen etwa zwei Stunden. Ein Wert, der kaum zu schlagen ist.

Zu absoluten Exoten unter den Produzenten von Premium Olivenöl aber macht sie die Nutzung ihrer traditionellen Steinmühle - ein Gerät, welches bei jedem mir bekannten Hersteller längst ausgedient hat und durch moderne Maschinen ersetzt wurde, die sich exakt temperieren lassen und unter Sauerstoffausschluss arbeiten.

Nicht nötig, findet Antonio. Er kennt seine Oliven, hat intensiven Kontakt zur Materie, und lange Erfahrung mit der Steinmühle.
Viele halten es für unmöglich, auf diese Weise ein Premium Olivenöl zu produzieren.
Die Auszeichnungen der Casa de Santo Amaro beweisen das Gegenteil. Jede Saison erneut.

 


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