Verwendung und Aufbewahrung
Olivenöl mag es kühl und dunkel.
Verschließe die Flaschen nach dem Gebrauch und stelle sie dunkel in einen Küchenschrank.
Bewahre die Flaschen, die du nicht nutzt am besten im Keller auf. Das ist auch ein guter Ort für die großen Gebinde, z.B. Bag in Box.
Manchmal braucht das Öl ein bisschen Starthilfe.
- Öffne die Flasche, dreh sie auf den Kopf, sodass die Öffnung von dir weg zeigt, und klopfe einmal kräftig auf den Flaschenboden.
- Wenn es dann immer noch nicht läuft, drehe den Deckel wieder auf die Flasche, halte die Flasche über Kopf und schüttle sie 1-2 mal in einer halbrunden, schwungvollen Bewegung nach unten. So kommt das Öl leichter raus.
- Wenn es immer noch nicht will, kann es sein, dass die Flasche zu kalt war. Das kann passieren, wenn du im Winter bestellt hast und direkt nach Eintreffen des Pakets die Olivenöle probieren möchtest. Oder wenn die Flasche aus einem kalten Keller kommt. Lass sie für zwei Stunden bei Zimmertemperatur stehen und versuche es dann erneut.
Verwende das Olivenöl idealerweise innerhalb von 3-4 Monaten nach dem Öffnen. Frisches Olivenöl hat den besten Geschmack und die meisten gesundheitlichen Vorteile.
Die Verwendung von Bag-in-Box-Verpackungen für hochwertiges extra natives Olivenöl bietet verschiedene Vorteile:
- Frische und Haltbarkeit: Bag-in-Box-Verpackungen schützen das Olivenöl vor Licht und Luft, beides führt zu rascher Oxidation. Diese Verpackung hilft im Vergleich zu traditionellen Glasflaschen, die Frische und Haltbarkeit deines Olivenöls länger zu erhalten. So musst du das Olivenöl in der Bag-in-Box Verpackung nicht innerhalb weniger Monate aufbrauchen.
- Praktischer Gebrauch: Die Bag-in-Box-Verpackung verfügt über einen Zapfhahn, der eine einfache Dosierung ermöglicht. Dies erleichtert den Gebrauch in der Küche, insbesondere bei größeren Mengen. Für den Gebrauch in kleineren Mengen oder den Tischgebrauch empfehle ich, dein Olivenöl in eine kleinere Ausschankflasche zu füllen. Hier findest du solche Flaschen im Shop
- Leicht und platzsparend: Bag-in-Box-Verpackungen sind leicht und nehmen im Vergleich zu Glasflaschen weniger Platz ein, how liegen auch deutlich weniger im Vergleich zur gleichen Menge in Glasflaschen. Dies erleichtert den Transport, die Lagerung und den Vertrieb.
- Umweltfreundlicher: Die Verpackung besteht oft aus leicht recycelbarem Material, was im Vergleich zu Glasflaschen weniger Umweltauswirkungen haben kann. Die Möglichkeit des Recyclings trägt zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks bei. Im Vergleich zu einzelnen Glasflaschen kann die Bag-in-Box-Verpackung effizienter sein, da weniger Verpackungsmaterial benötigt wird, um die gleiche Menge Olivenöl zu transportieren.
Die Verwendung von Bag-in-Box-Verpackungen ist daher nicht nur praktisch für den Verbraucher, sondern bietet auch ökonomische und ökologische Vorteile.
Geschmack und Anwendung
Der Duft sollte frisch und fruchtig sein und sofort Lust auf mehr machen. Fruchtig, bitter und Scharf, das ist als Faustformel festzuhalten. Ein Olivenöl, welches weder fruchtig, bitter noch scharf schmeckt, ist kein hochwertiges extra natives Olivenöl! Dieses Geschmacksprofil ist Grundvoraussetzung für diese höchste Klassifizierung bei Olivenölen.
Ein hochwertiges extra natives Olivenöl hat eine sehr komplexe Aromenpalette und einen charakteristischen Geschmack. Hier sind einige Merkmale, an denen du es gut erkennen kannst. Unter Verkostung kannst du nachlesen, wie du ein hochwertiges extra natives Olivenöl Verkosten kannst.
Geruch:
- Fruchtig: Ein hochwertiges extra natives Olivenöl sollte einen intensiven, grünfruchtigen Duft haben. Die Fruchtigkeit erinnert an frische Oliven, grüne Tomaten oder Artischocken erinnern.
- Grasig: Hochwertige extra native Olivenöle weisen eine grasige oder kräuterartige Note auf, die an frisch gemähtes Gras, Kräuter oder grüne Blätter erinnern.
- Pfeffrig: Ein pfeffriger oder würziger Duft kann auf Polyphenole im Olivenöl hinweisen, die für die gesundheitlichen Vorteile verantwortlich sind.
Geschmack:
- Fruchtig: Der grünfruchtige Geschmack ist oft der allererste Eindruck beim Verkosten eines hochwertigen extra nativem Olivenöls und kann eine Vielzahl von Nuancen umfassen. Etwa die von Bananen, Äpfeln, Tomaten, Beeren, Artischocken und natürlich auch frischen Oliven. Auch die Noten von frischen Kräutern, wie Basilikum, Petersilie oder sogar Minze können Teil der Aromenpalette sein. Ebenso kann ein hochwertiges extra natives Olivenöl Nussaromen aufweisen. Je nach Sorte, Erntezeitpunkt und Verarbeitung kommen ganz andere Aromen zum Vorschein.
- Bitter: Ein hochwertiges extra natives Olivenöl hat einen angemessenen Bitterton. Dieser kann bei milden Olivenölen ganz dezent ausfallen, bei intensiveren ist er dagegen deutlich wahrnehmbar. Bitter ist nicht gleich Bitter. Es gibt Bitternoten, die beim Olivenöl als sogenannte Fehlaromen gelten, Stichwort Gallenbitter. Diese Bitterkeit ist unangenehm und du spürst sie häufig über einen längeren Zeitpunkt im Mund. Diese Art von Bitterkeit hat nichts mit einem hochwertigen extra nativem Olivenöl zu tun. Hier kann sie zwar sehr intensiv, fast überwältigend daher kommen, sie verfliegt aber sehr schnell wieder. Nach spätestens einer Minute sollte sie sich deutlich verringert haben. Je bitterer ein hochwertiges extra natives Olivenöl ist, desto höher ist der Anteil an Polyphenolen.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Geschmacks- und Aromaprofile von hochwertigem extra nativen Olivenöl je nach Sorte der verwendeten Oliven, geografischer Herkunft, Erntezeitpunkt und Herstellungsverfahren variieren kann. Ein hochwertiges extra natives Olivenöl zeichnet sich durch Ausgewogenheit, Komplexität und eine harmonische Integration dieser Aromen und Geschmacksrichtungen aus.
Olivenöl kann sehr scharf und bitter schmecken. Es gibt sehr scharfe Oliuvensorten, darunter unter anderem die Cornicabra Olive aus Spanien, sowie die Coratina Olive und auch die Frantoio Olive aus Italien, aber noch viele mehr. Diese Olivensorten sind bekannt für ihre kräftigen, intensiven und sehr scharfen Olivenöle. Natürlich kommt es dabei aber auch auf den Erntezeitpunkt an, den Reifegrad der Olive und wie die Oliven in der Mühle weiterverarbeitet werden.
Einfach gemerkt:
Je schärfer und bitterer ein Olivenöl ist, desto mehr Antioxidantien sind enthalten.
Nein, keine Sorge!
Wärme, Kälte, Süße, Säure und Salz verändern die Intensität eines Olivenöls.
Pur schmeckt ein Olivenöl anders, als mit einem Stück Brot. Wenn Säure ins Spiel kommt, nimmt besonders die Bitterkeit rasant ab. Ab etwa 30°C werden die Olivenöle immer milder. Das heißt auch, um eine warme Speise mit einem Olivenöl zu verfeinern brauchen wir schon eines mit einer mittleren Intensität. Die milden sind hier zu schwach.
Du kannst sogar backen und braten mit Olivenölen. Rezepte dazu findest du hier.
Braten kannst Du mit allen Olivenölen aus dem Öldorado ganz wunderbar.
Nur eben nicht ganz so heiß, das obere Drittel der Hitzeskala reicht vollkommen aus um z.B. Steak, Tempeh, Tofu oder auch Gemüse in Olivenöl kross anzubraten. Mein Herd z.B. geht bis 9, Stufe 7 reicht absolut aus, meistens nutzen wir nur Stufe 6.
Extra natives Olivenöl der aktuellen Saison ist Hitzestabil bis etwa 200°C. Ab 100 Grad ist es ein nahezu Geschmacksneutrales Öl. Daher nutzen wir zum Braten Olivenöle, die schon so lange offen sind, dass beinahe jeglicher Geschmack verflogen ist (damit ist nicht ranzig gemeint!) Um den Geschmack wieder ins Essen zu bekommen: einfach kurz vor dem Verzehr über das Gericht geben.
Allgemeine Fragen zu Olivenöl
Keines dieser Siegel hat irgendeine Aussage darüber, ob es ein gutes oder gar leckeres Olivenöl ist!
Dennoch können sie darüber Auskunft geben, dass das entsprechende Olivenöl nicht aus einer anonymen Massenherstellung kommt.
AOP:
Die Abkürzung AOP steht für „Appellation d’Origine Protégée“, was auf Deutsch „geschützte Ursprungsbezeichnung“ bedeutet. Nur Produkte, die ausschließlich in ihrem Ursprungsgebiet erzeugt, verarbeitet und veredelt werden, erhalten das Prädikat AOP. Das Qualitätssiegel ist gesetzlich geschützt und versichert, dass die markierten Produkte eine jahrhundertelange Verbindung mit dem Ursprungsgebiet haben.
DOP:
Die Abkürzung DOP steht für „Denominazione d’Origine Protetta“, die italienische Entsprechung von „geschützte Ursprungsbezeichnung“. Nur Produkte, die ausschließlich in ihrem Ursprungsgebiet erzeugt, verarbeitet und veredelt werden, erhalten das Prädikat AOP. Das Qualitätssiegel ist gesetzlich geschützt und versichert, dass die markierten Produkte eine jahrhundertelange Verbindung mit dem Ursprungsgebiet haben.
IPG:
Je nach Land kann die Abkürzung IGP verschiedene Bezeichnungen haben:
- In Frankreich steht sie für „Indication Géographique Protégée“
- In Italien wird sie als „Indicazione Geografica Protetta“ verwendet
- In Portugal ist sie als „Indicação Geográfica Protegida“ bekannt
- In Spanien lautet die Bezeichnung „Indicación Geográfica Protegida“
Trotz der unterschiedlichen Bezeichnungen haben alle dieselbe Bedeutung. Sie kennzeichnen die zweitniedrigste Stufe in der Qualitätspyramide und entsprechen somit dem deutschen „Wein mit geschützter geografischer Angabe“
BIO:
Bio-Lebensmittel werden unter ökologischen Standards produziert, mit nachhaltigen Anbaumethoden und Verzicht auf synthetische Pestizide, Herbizide und chemische Düngemittel. Sie unterliegen strengen Richtlinien und werden regelmäßig Kontrolliert. Zertifizierte Produkte tragen das sogenannte Bio-Siegel.
Nichts! Im Gegenteil, es ist eine der Undurchsichtigsten Angaben auf dem Etikett.
Das Datum bezieht sich lediglich auf die Abfüllung. Es kann also sein, dass du ein 10 Jahre altes Olivenöl kaufst, obwohl es noch 1 Jahr Haltbar ist. Ein wichtiger Indikator für die Frische von Olivenöl ist die Angabe des Erntezeitpunkts.
Ungefiltertes Olivenöl ist nicht lange stabil und schmeckt recht bald nach der Ernte auch nicht mehr wirklich gut. Grund dafür sind die enthaltenen Trübstoffe, die neben Wasser aus Mikroorganismen und Enzymen bestehen. Diese verarbeiten kontinuierlich das Olivenöl und produzieren dabei neue Stoffe, was schlussendlich zu einer sehr zügigen Zersetzung führt.
Das Ziel der Filtration ist es also, die Qualität des Olivenöls stabil zu halten und vor diesem Zerfall zu schützen.
Sortenrein bedeutet, dass für dieses Olivenöl nur eine Olivensorte verwendet wurde. An diesen Olivenölen kann man den ganz charakteristischen Geschmack einer spezifischen Sorte am Besten erkennen. Was nicht bedeutet, das gut abgestimmte Mischungen (genannt Cuvée, Coupage oder Blend) von minderer Qualität wären!
Der Unterschied zwischen kalt extrahiertem und raffiniertem Olivenöl ist schnell erklärt:
Kalt extrahiertes Olivenöl wird in einem rein mechanischen Vorgang, also durch kalte Extraktion gewonnen. Durch die schonende Produktion bleiben die Nährstoffe zuverlässig erhalten. Es ist ein reines Naturprodukt, ohne chemische Zusätze und ohne je mit chemischen Zusätzen in Verbindung gekommen zu sein.
Raffiniertes Olivenöl hingegen wird unter Einsatz von Chemikalien hergestellt. Dabei kommen unter anderem Lösungsmitteln zum Einsatz, wie Hexan oder Leichtbenzin. Während der Raffination werden die ungesunden Zugaben zwar wieder entfernt, dafür muss das Öl allerdings auf über 200 °C erhitzt werden - und das über einen Zeitraum von mehreren Stunden. Die Raffination erleichtert das Öl später zwar um die ungenießbaren Chemikalien, nimmt ihm aber gleichzeitig sein Genusspotenzial.
Beim starken Erhitzen verliert Olivenöl seinen exquisiten Geschmack und viele seiner natürlichen Inhaltsstoffe. All die kostbaren Fettbegleitstoffe, die native Olivenöle so gesund machen, sind bei raffinierten Ölen nur noch stark reduziert oder überhaupt nicht mehr vorhanden.
Raffiniertes Olivenöl, auch als Desodoriertes oder geschmacksneutrales Olivenöl bezeichnet, durchläuft einen speziellen Verarbeitungsprozess, bei dem die natürlichen Aromen und Geschmacksstoffe weitgehend entfernt werden. Dies geschieht durch raffinierende Methoden wie Desodorierung und Filtration. Im Wesentlichen wird das Öl chemisch und physisch behandelt, um unerwünschte Aromen und Verunreinigungen zu entfernen. Bei gefälschtem Olivenöl kommt oft Desodoriertes Olivenöl zum Einsatz. Nach diesem Prozess sind die Fehlaromen nicht mehr herauszuschmecken, mit ein paar Tropfen wirklich hochwertigem extra nativem Olivenöl versehen kommt es dann oft in den Handel und wird als angebliches „reines“ extra natives Olivenöl verkauft.
Es ist wichtig zu beachten, dass desodoriertes Olivenöl nicht die gleichen gesundheitlichen Vorteile wie extra natives Olivenöl aufweist, da es einen Großteil seiner natürlichen Antioxidantien und Polyphenole während des Raffinierungsprozesses beraubt wird. Wenn du die gesundheitlichen Vorteile von Olivenöl genießen möchten, ist es ratsam, zueinem hochwertigen extra nativem Olivenöl zu greifen.
Es gibt verschiedene Klassifikationen für Olivenöl, die auf verschiedenen Faktoren wie Qualität, Produktionsmethode und chemischen Eigenschaften basieren. Die wichtigsten Klassifikationen sind:
- Extra Natives Olivenöl: Die hochwertigste und reinste Form von Olivenöl. Erste Güteklasse – direkt aus Oliven und ausschließlich mit modernem mechanischen Verfahren gewonnen, darf keine chemischen Zusätze enthalten oder eine Raffinierung durchlaufen haben. Der Anteil an freien Fettsäuren (hier wird auch von Ölsäuregehalt gesprochen) darf maximal 0,8 g pro 100 g Öl. Es muss einwandfrei in Geschmack und Geruch sein, ein komplexes Aroma aufweisen und bietet eine große Geschmacksvielfalt. Spätestens hier muss klar sein, dass das, was im gewöhnlichen Handel als sogenanntes extra natives Olivenöl verkauft wird, dieser Klassifizierung nicht gerecht wird!
- Natives Olivenöl: Ähnlich wie extra natives Olivenöl wird natives Olivenöl durch mechanische Extraktion gewonnen, hat jedoch einen höheren Anteil an freien Fettsäuren (bis zu 2%). Es hat einen wesentlich milderen Geschmack, weniger ausgeprägtes Aroma im Vergleich zu Extra Nativem Olivenöl und auch deutlich weniger der gesunden Polyphenole. Meiner Meinung nach fällt das allermeiste Olivenöl, welches im gewöhnlichen Handel als „extra natives Olivenöl“ verkauft wird, unter die Kategorie Natives Olivenöl.
- Olivenöl: Beschreibt eine Mischung aus raffiniertem Olivenöl und nativem Olivenöl. Raffiniertes Olivenöl wird durch chemische Prozesse gereinigt, während natives Olivenöl für den Geschmack hinzugefügt wird. Häufig wird es auch als Brat-Olivenöl im Handel angeboten, weil es höhere Temperaturen aushält, als extra natives Olivenöl. Das diese aber überhaupt nicht nötig sind, kannst du unter „Braten mit Olivenöl“ nachlesen.
- Lampantöl: Dies Olivenöl hat einen hohen Säuregehalt (über 2%). Unbehandelt ist es nicht für den menschlichen Verzehr geeignet und muss raffiniert werden, um es dafür einsetzen zu können. Der Name „Lampantöl“ stammt aus der Verwendung des Öls in Öllampen. Es wird heute auch für den Kosmetischen Bereich eingesetzt z.B. zum Sieden von Seifen.
WICHTIG: Qualität und Geschmack von Olivenöl hängen stark von Faktoren wie Olivensorte, geografischer Herkunft, klimatische Bedingungen, Erntezeitpunkt und Verarbeitungsmethode ab. Daher kann selbst innerhalb derselben Klassifikation eine erhebliche Vielfalt bestehen.
Es handelt sich hierbei um eine veraltete Bezeichnung. Heute sprechen wir von Kaltextraktion. Auf dem Etikett muss folgende Deklaration zu finden sein: Natives Olivenöl Extra: Erste Güteklasse – direkt aus Oliven und ausschließlich mit modernem mechanischen Verfahren gewonnen.